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Eifrisch2411_1Den Parasiten auf der Spur

Durch die flächendeckende Umstellung auf Boden- und Freilandhaltung steigt die Gefahr des Befalls der Hühnerbestände mit Würmern, Kokzidien & Co. Sachsen will dem nun mit einem Projekt des Geflügelgesundheitsdienstes auf den Grund gehen. Durch die Umstellung der Legehennenhaltungen auf alternative Systeme wie Boden- und Freilandhaltung hat die Infektion mit Endoparasiten an Bedeutung gewonnen. So verursachen beispielsweise Darmwürmer eine Entzündung des Darmes, die zu Durchfällen führt. Die Tiere nehmen weniger Nährstoffe auf, die Legeleistung geht zurück.
Spulwurmbefall-Huhn-Darm
Spulwurmbefall Huhn Darm
Allein bei mittelgradigem Befall´kann sie um bis zu 25 % sinken. Zudem wird das Immunsystem der Tiere geschwächt, und sie werden somit anfälliger für andere Erkrankungen. Durch diese Immunsuppression kann es zum Beispiel bei latent mit Salmonellen infizierten Tieren auch zum vermehrten Ausscheiden dieser Erreger kommen.In Sachsen läuft seit Jahresbeginn ein Projekt zur Statuserhebung der endoparasitären Belastung in einer Auswahlvon Hühnerhaltungen.  Ziel ist es, Informationen über dasVorkommen von Endoparasiten zu sammeln. Erfasst wird, welche Helminthen (endoparasitäre Würmer) und Protozoen (Einzeller wie Kokzidien) in welcher Menge in sächsischen Boden- und Freilandhaltungen vorkommen. Aus den gewonnenen Daten sollen Empfehlungen erarbeitet werden, um die Belastung mit Parasiten zu reduzieren und die Tiergesundheit zu verbessern. Es werden 600 Hühnerhaltungen (zirka 5 % der gemeldeten Bestände) ausgewählt, um eine repräsentative Aussage über die parasitäre Belastung verschiedener Haltungen und Altersstufen der Hennen zu erhalten. Die 600 Haltungen unterteilen sich in 200 Betriebe mit über 100 Hühnern und 400 Haltungen unter 100 Hühnern, wobei hier auch sächsische Rassegeflügelhalter daran teilnehmen können. Die Entnahme der Sammelkotproben richtet sich nach der Herdengröße:
Herdengröße Anzahl
0 bis 50 Hühner 1 x Sammelkotprobe*
50 bis 200 Hühner 2 x Sammelkotprobe*
ab 200 Hühner 3 x Sammelkotprobe*

Eine Sammelkotprobe besteht aus zehn frisch abgesetzten Kothäufchen und bei mehreren Herden im Bestand werden aus jeder Altersgruppe Sammelkotproben gezogen. Im Rahmen des Projekts wird jede Herde der ausgewählten Betriebe nur einmal beprobt. Zum Sammeln der Kotproben sollten Kotbecher verwendet werden, die man auch über die zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter beziehen kann.Die Proben sind deutlich mit Tierhaltername, Stall- oder Herdennummer und Untersuchungsgrund (Parasitenprojekt) zu beschriften. Für jede beprobte Herde müssen Angabenim speziell entwickelten Vorbericht ausgefüllt werden. Sammelkotproben und Vorbericht werden an die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen geschickt, dafür kann der Kurierdienst der Landesanstalt genutzt werden. Dort untersucht man die Proben makroskopisch auf Bandwurmglieder und mikroskopisch auf Kokzidien und Wurmeier.
Spulwurmei Ascaridia galli Capillaria-Ei
Die Untersuchungsergebnisse werden dem einsendenden Betrieb, dem betreuenden Tierarzt und dem GGD (Geflügelgesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse) mitgeteilt. Dieser wertet die erhobenen Daten und Befunde anonym aus, zieht Schlussfolgerungen und wird die Ergebnissedes Projekts in geeigneter Form veröffentlichen. Alle Einzelheiten unterliegen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Die die Kosten für die labordiagnostischen Untersuchungen übernimmt die Sächsische Tierseuchenkasse. Der Hühnerhalter trägt lediglich den Aufwand der Probenentnahme und Einsendung. Das Projekt läuft bis 31. Dezember 2012 und wird hoffentlich Aufschluss darüber geben, inwieweit der Endoparasitenbefall durch alternative Haltungsformen zugenommen hat und wie er am besten zu bekämpfen ist. Sächsische Hühner- und Rassegeflügelhalter, die andem Projekt teilnehmen möchten, sollten sich direkt an den GGD wenden, unter: 

Tel. (037381) 66 93 16
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Fotos: Institut für Parasitologie Leipzig