Startseite Rindergesundheit Eutergesundheit – Sinn oder Unsinn bakteriologischer Untersuchung von Milchproben? Hinweise zum geänderten Untersuchungsantrag der LUA Sachsen ab 1.1.2012

euterbEutergesundheit – Sinn oder Unsinn bakteriologischer Untersuchung von Milchproben? Hinweise zum geänderten Untersuchungsantrag der LUA Sachsen ab 1.1.2012

Der Stand der Eutergesundheit ist erkennbar an seit Jahren annähernd stabil hohen Zellzahlen  sowohl in der Rohmilch als auch in der Milchleistungsprüfung.  Obwohl die vom Gesetzgeber geforderten Kriterien für die Lieferung des Lebensmittels Milch eingehalten werden, haben viele Landwirte Sorgen mit der Eutergesundheit durch zu hohe Mastitisraten, zu hohe Milchverluste infolge Mastitis, zu hohe Abgangsraten und nicht zuletzt zu hohe direkte Behandlungskosten. Es fehlt oftmals an einem Gesamtkonzept, welches Haltung, Fütterung, Melktechnik und Melkarbeit, Diagnostik und Therapie einschließt.

Ein wichtiges Element – die Kenntnis der im Betrieb vorherrschenden Mastitiserreger und deren Resistenzlage – wird leider zu oft vernachlässigt. Die Behandlung von euterkranken Tieren erfolgt „ins Blaue hinein“, Behandlungsfehler und Rückschläge sind die Folge.

Die Herangehensweise an die bakteriologische Untersuchung (BU) hat sich in den letzten Jahren verändert, der Rindergesundheitsdienst orientiert – in Abstimmung mit der LUA Sachsen – auf Problemgruppenuntersuchungen und empfiehlt grundsätzlich Viertelgemelksproben. Die Untersuchungsintensität im Labor hat sich ebenfalls erweitert und wurde der Situation angepasst. Details können Sie dem Jahresbericht der TSK zu entnehmen.

Besonders wichtig ist jedoch die Arbeit mit den Befunden. Diese müssen zusammen mit Tierarzt und ggf. Rindergesundheitsdienst ausgewertet und die richtigen Schlüsse für die Mastitisbekämpfung vor Ort gezogen werden.

Ab Januar 2012 werden von der LUA Untersuchungsanträge zur BU von Milchproben verschickt, in denen im Feld „Vorbericht“ eine Änderung erfolgt ist. Sie werden die Kategorie „Bestandsuntersuchung“ nicht mehr finden. Um die Qualität der Diagnostik zu erhöhen, ist diese Kategorie nicht mehr Bestandteil in der Routinediagnostik. Aus fachlichen Gründen sind wir der Meinung, dass die zeitgleiche Untersuchung aller Kühe eines Bestandes i.d.R. keine sinnvolle Maßnahme darstellt und unterbleiben sollte, da die „Untersuchungsintensität“ hier geringer ist als in den beiden anderen Kategorien. Stattdessen sollen Problemgruppen untersucht werden, die die aktuelle Situation am besten widerspiegeln. Diese sind in dem Feld „Abklärung“ aufgelistet. Die Proben von sichtbar euterkranken Kühen sollen – möglichst gesondert – unter dem Vorbericht „klinische Erkrankung“ zusammengefasst werden.

Ist im Ausnahmefall aus bestimmten Gründen – z.B. jahrelang keine Untersuchung auf Mastitiserreger oder Einführung automatischer Melksysteme – eine Untersuchung aller Kühe im Sinne einer Statuserhebung notwendig, nehmen Sie bitte vorher Rücksprache mit Ihrem Rindergesundheitsdienst.

Bei der Probenentnahme ist nach Abmelken der ersten Strahlen (Vorgemelk) und der ggf. notwendigen Reinigung die Sauberkeit der Zitze und die Desinfektion mit einem in Alkohol getränkten speziellen Desinfektionstuch unbedingt zu beachten, um die Überwucherung der Probe mit Schmutzkeimen zu verhindern.

 

Da die Tierseuchenkasse 50 % der Kosten für bakteriologische Untersuchungen inkl. Resistogramm als Beihilfe übernimmt, ist die fachlich sinnvolle Gestaltung der Diagnostik eine zwingende Voraussetzung. Der Grundsatz „Weniger ist manchmal mehr“ gilt hier besonders.

 

Für alle Fragen zur Eutergesundheit steht Ihnen Ihr Rindergesundheitsdienst gern zur Beratung zur Verfügung (Dr. Mandy Schmidt – 0351 8060819, Dr. Karin Eulenberger – 037381 669311, TA René Pützschel – 037381 669312).

Stand: 25.11.2011