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Informationen zum Schmallenberg-Virus

In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 1860 Betrieben das Schmallenberg-Virus festgestellt. Betroffen sind 938 Rinder-, 874 Schaf- und 48 Ziegenhaltungen.

Außerdem meldeten die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Spanien, Dänemark und die Schweiz Fälle von „Schmallenberg-Virus“.

 

In Sachsen sind bisher aus 36 Schafbeständen und 8 Rinderbeständen Fälle gemeldet worden.

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Bei der neuen Tierkrankheit handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch stechende Insekten (Gnitzen und Mücken) übertragen wird. Die Erkrankung wird durch das Schmallenberg-Virus, ein Virus aus der Gruppe der Orthobunyaviren, hervorgerufen.

 

Bei erwachsenen Tieren wurden im letzten Sommer, während der aktiven Zeit der Überträger, Symptome wie Milchrückgang und Fieber, die aber nach wenigen Tagen wieder abklangen, beobachtet. Da das Virus je nach Zeitpunkt der Infektion in der Lage ist Embryonen bzw. Feten zu schädigen, stehen derzeit Aborte mit mumifizierten Feten bzw. lebensschwache oder missgebildet geborene Lämmer und Kälber im Vordergrund.

Momentan treten wieder akute Fälle bei Milch- und Mutterkühen auf, was auf eine erneute Infektionswelle, hervorgerufen durch die Übertragung durch stechende Insekten, vermuten lässt. Sind hierbei tragende Tiere betroffen, können weitere Fälle von missgebildeten Kälbern erwartet werden.

 

 

 

 

Bilder 1 bis 4: Missbildungen bei Lämmern und Kälbern aufgrund der Schmallenberg-Virus-Infektion

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Schaflamm (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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Schaflamm (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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Kalb (Foto: Dr. Hardt, LUA Leipzig)

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 Kalb (Foto: Dr. Fricke, LÜVA Erzgebirgskreis)

 

Tierhalter, bei denen verstärkt Verlammungen bzw. Verkalbungen, insbesondere mit den beschriebenen Veränderungen auftreten, werden gebeten, einen Tierarzt und bzw. oder das zuständige Veterinäramt hinzuzuziehen. Der Nachweis des Schmallenberg-Virus bedingt bis auf Weiteres keine tierseuchenrechtlichen Restriktionen. Ein Monitoring auf Antikörper gegen Schmallenberg-Virus in Sachsen ergab einen Anteil von 23,3 % positiver Proben (14 von 60 Rindern).

Wie kann man empfängliche Tiere schützen ?

  • Schutz empfänglicher Tiere (tragende Tiere, die auf die Weide verbracht werden) vor Gnitzen und Mücken mit geeigneten Mitteln (Repellentien)

Wird ein Impfstoff entwickelt?

  • Inaktivierter Impfstoff befindet sich in der Erprobung, befindet sich Ende des Jahres evtl. schon auf dem Markt

Sind einmal infizierte Tiere vor erneuter Infektion geschützt?

  • Immunschutz wird ausgebildet, Antikörper wurden nachgewiesen, wie lange Immunität anhält ist jedoch noch nicht bekannt

Was kann untersucht werden?

  • Bei Anzeichen der Erkrankung neugeborener und abortierter Kälber : Sektion der Kälber oder Untersuchung von Abortmaterial an der LUA Sachsen (makroskopische, virologische Untersuchung (PCR))
    • Kosten übernimmt bei Sektion bzw. bei Untersuchung von Abortmaterial das Land Sachsen bzw. die sächsische TSK
  • Bei klinischem Verdacht (adulten Tiere) Serum, Plasma oder EDTA-Vollblut zu PCR-Diagnostik oder serologische Untersuchung auf Antikörper
    • Kosten trägt der Landwirt

Weitere Informationen finden Sie auf der Interseite des Friedrich-Löffler-Institutes: http://www.fli.bund.de