Startseite Schweinegesundheit Die Afrikanische Schweinepest in Tschechien

Die Afrikanische Schweinepest in Tschechien

Das Bundesministerium bestätigte heute den Nachweis von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Tschechien. Damit ist diese gefürchtete Seuche Deutschland ein großes Stück näher gerückt.

Sächsische Landwirte sollten angesichts dieser alarmierenden Entwicklung die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben überprüfen und gegebenenfalls verschärfen. Dazu gehört vor allem, jedwede Kontaktmöglichkeit  zwischen Haus- und Wildschweinen (besonders auch über Futtermittel) zu vermeiden. Jagdlich aktive Schweinehalter müssen besondere Vorsicht walten lassen. Da der Erreger sehr widerstandsfähig ist, muss auf die Übertragung durch unbelebte Vektoren geachtet werden, wie beispielsweise nicht ausreichend gereinigte und desinfizierte Stiefel, Gerätschaften und Instrumente. Das größte Infektionsrisiko geht von Blut infizierter Tiere aus aber auch in Fleisch und Fleischerzeugnissen überlebt das ASP-Virus sehr lange. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jegliches Verfüttern von Speiseabfällen in Deutschland verboten ist! Jeder Betrieb sollte den Personenverkehr auf ein Minimum reduzieren und besondere Sorgfalt darauf verwenden, dass alle Transportfahrzeuge, die den Hof anfahren, entsprechend gereinigt und desinfiziert sind. Schlachttransportfahrzeuge sind am Schlachthof sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren.

Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die ASP keine hochansteckende Tierseuche ist. Deshalb ist beim Eintrag des Virus in einen Schweinebestand nicht zu erwarten ist, dass innerhalb von wenigen Tagen der gesamte Bestand durchseucht und erkrankt. Vielmehr sind die Tiere erst im Endstadium der Infektion, also kurz vorm Verenden, ansteckend. Allerdings ist die Letalität, also die Rate der Tiere die nach Infektion versterben, sehr hoch und liegt bei 90 %. Einer eingehenden regelmäßigen Tierbeobachtung kommt entscheidende Bedeutung zu. Klinische Symptome sind unspezifisch und umfassen Fieber bis 42 °C, Appetitlosigkeit, Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Zyanosen, Aborte, Bewegungsstörungen und Festliegen.

Seit 2014 werden an der LUA  Sachsen alle über das Abortprogramm eingesandten Feten und Blutproben sowie alle über das Sektionsprogramm eingesandten Schweine regulär auf das Virus der ASP untersucht. Sächsische Schweinehalter sollten diese Möglichkeit noch stärker nutzen!

Jäger sind aufgefordert, verstärkt auf Fallwild zu achten und dieses untersuchen zu lassen.