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Auswertungen zum Sektionsprogramm 2013 (Rind)

Seit 2008 ist es sächsischen Landwirten möglich, verendete Tiere zu attraktiven Bedingungen an der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen an den Standorten Leipzig und Dresden untersuchen zu lassen.

Für den Transport stehen separate Fahrzeuge der Tierkörperbeseitigung zur Verfügung, die nach entsprechender Anforderung die zu untersuchenden Tiere im Betrieb abholen.Nach intensiver diagnostischer Abklärung stehen Landwirt und Tierarzt gemeinsam mit dem Rindergesundheitsdienst Befunde zur Verfügung, nach denen entsprechende therapeutische, prophylaktische und betriebliche Maßnahmen eingeleitet werden können.

Nach einer Steigerung der Untersuchungszahlen der Rinder im Jahr 2012 (436) konnte auch im letzten Jahr wieder eine leichte Zunahme der Sektionszahlen verzeichnet werden (472). Zur Sektion gelangten 2013: 198 Kühe, 245 Kälber, 25 Jungrinder und 4 Bullen. Damit sind bei 0,9 % aller an der TBA angelieferten Rinder Sektionen durchgeführt worden. Diese Zahlen sind insbesondere bei den Kälbern mit weniger als 0,6% aller Kälberverluste in Sachsen wiederum als zu gering einzustufen. Insgesamt sendeten 230 Betriebe Rinder zur Sektion ein (2012:234; 2011:207).

Kühe: Im Vordergrund standen bei der Befundung der verendeten Kühe im Jahr 2013 Erkrankungen im Bereich der Atemwege (44%) meist in Form von Entzündungen der Lunge oder der oberen Atemwege gefolgt von Erkrankungen des Genitaltraktes (Gebärmutterentzündungen 36%). Auch Darm- (32%) und Lebererkrankungen (28%) konnten in hohem Maße festgestellt werden. Abgenommen hat 2013 die Zahl der Diagnosen im Bereich der Milchdrüse, der Vormägen sowie der Klauen und Gliedmaßen. Wie im vergangenen Jahr waren die am häufigsten festgestellten Erreger bei den Kühen mit jeweils 43 % Clostridien und E. coli und mit 27 % T. pyogenes, wobei bei autolytischen Tieren überproportional häufig Clostridien und E. coli-Erreger nachgewiesen wurden.

Kälber: Im Vordergrund der Befundung der sezierten Kälber standen Diagnosen im Bereich der Atemwege (58%) meist in Form von Lungenentzündungen und im Bereich der Darminfektionen in Form von Durchfallerkrankungen (66 %). Erfahrungen im Zusammenhang mit Betriebsbesuchen bestätigen dieses Bild. Oft begünstigen schlechte Haltungsbedingungen und mangelnde Hygiene solche Erkrankungskomplexe. Schwierigkeiten bei der Ernährung der Saugkälber wurden vergleichsweise oft durch Erkrankungen des Labmagens (29%) meist im Zusammenhang mit dem Nachweis von Hefen (30%) deutlich.

Stark zugenommen haben Erregernachweise im Bereich der Darmerkrankungen, wie E. coli (46 %; 2012: 38%) und Rota- bzw. Coronaviren (38%; 2012: 24%). Kryptosporidien wurden 2013 bei 25% der Kälber nachgewiesen, hier erhöhte sich der Anteil im Vergleich zu 2012 um 5 %. Ungefähr gleich bleibend waren Erregernachweise bei Pneumonieerregern und bei T. pyogenes. Die Sektion von verendeten Tieren stellt ein wichtiges Werkzeug dar, um relevante Infektions- und sogenannte Produktionskrankheiten zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen dem dadurch entstandenen Schaden entgegenzuwirken. Wünschenswert wäre in Zukunft eine intensivere Nutzung dieser Form der Untersuchung. Um die Attraktivität der Sektionen, insbesondere der Kälbersektionen weiter zu steigern, wurde ab 2014 die Transportpauschale für Tiere zwischen 30 und 100 kg von 30 auf 15 Euro gesenkt.

(Foto: LUA Sachsen)


icon Auswertungen zum Sektionsprogramm Rind 2013 (605.55 kB)

 


 

Abklärung von Tierverlusten über das Sektionsprogramm:

» Anmeldung des Transports für Tiere ab 30 kg bei der TBA (Tel. 035249 735-0)

» Selbstanlieferung ebenfalls möglich

» Vorbericht zu Krankheitsverlauf und Behandlungen

» Transportkostenpauschale:

» 15 € für Tiere zwischen 30 und 100 kg

» 50 € für Tiere über 100 kg

» Kostenpauschale für Sektion: 20 € pro Tier

» Rechnungslegung für die Pauschalbeträge durch die Tierseuchenkasse an den Tierhalter

» Auswertung und Interpretation der Befunde durch betreuenden Tierarzt und RGD